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Wolfram Vorkommen · Primär & Sekundär · Herkunft weltweit

Wolfram Vorkommen – Primärquellen, Erzminerale und industrielle Anfallstellen

Wo wird Wolfram abgebaut? Welche Mineralien enthalten es? Und wo entsteht in der Industrie täglich hochwertiger Wolframschrott? Alles Wissenswerte – kompakt und fachlich fundiert.

>80 % Chinas Anteil an der Wolfram-Weltproduktion
~85.000 t Weltjahresproduktion Wolfram (Primär)
3.422 °C Höchster Schmelzpunkt aller Metalle
~30 % Weltbedarf gedeckt durch Recycling

Weltweite Wolfram-Vorkommen & Förderländer

Wolfram ist geologisch kein seltenes Element – aber seine wirtschaftlich abbaubaren Lagerstätten konzentrieren sich auf wenige Länder. Diese Konzentration macht Wolfram zu einem kritischen Rohstoff der EU.

China dominiert – Europa hängt am Import

Über 80 % der globalen Wolfram-Primärproduktion stammt aus China. Europa verfügt über minimale eigene Förderkapazitäten und ist damit beim Primärrohstoff nahezu vollständig importabhängig – ein geopolitisches Risiko, das den Recyclingmarkt stark befeuert.

🇨🇳 China>80 %
🇻🇳 Vietnam~5 %
🇷🇺 Russland~3 %
🇧🇴 Bolivien~2 %
🌍 Rest der Welt (inkl. EU)~10 %
🌏

China

🇨🇳
> 80 % Weltproduktion

Hauptabbaugebiete in den Provinzen Jiangxi (Wolframit-Skarne), Hunan und Fujian. Die größten Gruben weltweit sind Xihuashan und Pangushan. China kontrolliert auch große Anteile der Verarbeitung zu APT und WC-Pulver – die komplette Wertschöpfungskette liegt damit in chinesischer Hand.

Wolframit-Typ · Skarn-Lagerstätten

Vietnam

🇻🇳
~5 % Weltproduktion

Nui Phao-Mine in der Provinz Thai Nguyen – eine der produktivsten Wolfram-Minen außerhalb Chinas. Neben Wolfram werden dort auch Flussspat, Bismut und Kupfer gewonnen. Vietnam hat in den letzten Jahren Kapazitäten gezielt ausgebaut, um westliche Abnehmer zu bedienen.

Scheelit-Typ · Polymetallisch

Russland

🇷🇺
~3 % Weltproduktion

Wichtigste Lagerstätte: Lermontov (Primorje) und Tyrnyauz (Kabardino-Balkarien). Seit dem Ukraine-Krieg und den westlichen Sanktionen spielt Russland für europäische Abnehmer faktisch keine Rolle mehr als Lieferant. Die Produktion ist dennoch erheblich.

Scheelit-Typ · Skarn-Komplex

Bolivien

🇧🇴
~2 % Weltproduktion

Bolivien verfügt über erhebliche Wolframit-Vorkommen in der Andenregion (Quimsacocha, Chojlla). Die Infrastruktur und politische Stabilität limitieren den Ausbau. Bolivien gilt als Reservequelle, die bei steigenden Preisen schnell skalierbar wäre.

Wolframit-Typ · Hochland-Ader

Österreich

🇦🇹
Einzige aktive EU-Mine

Mine Mittersill (Salzburg) – betrieben von Wolfram Bergbau und Hütten AG (Standort: Treibach Althofen). Scheelit-Typ. Deckt einen kleinen Teil des europäischen Bedarfs. Strategisch wichtig als einzige signifikante EU-eigene Primärquelle – wird im CRMA-Kontext gefördert.

Scheelit-Typ · EU-Strategiemineral

Portugal & Spanien

🇵🇹
Historisch + Reaktivierungspotenzial

Portugal (Beralt Tin & Wolfram, Panasqueira-Mine) hat historisch bedeutende Scheelit- und Wolframit-Vorkommen. Spanien (Extremadura) untersucht Reaktivierungen stillgelegter Minen. Beide Länder werden im Kontext europäischer Rohstoffautonomie als Schlüsselstandorte eingestuft.

Scheelit + Wolframit · EU-Potenzial

Die beiden Wolfram-Erzminerale

Wirtschaftlich relevant sind weltweit nur zwei Mineralgruppen. Ihre Unterschiede bestimmen den Aufbereitungsweg bis zum fertigen Industriemetall.

Wolframit

(Fe,Mn)WO₄ – Eisen-Mangan-Wolframat

Wolframit ist eine Mischkristallreihe aus Ferberit (FeWO₄) und Hübnerit (MnWO₄). Er bildet dunkelbraune bis schwarze, prismatische Kristalle mit charakteristischem Metallglanz. Wolframit überwiegt in hydrothermalen Quarz-Ader-Lagerstätten und granitischen Skarnen, wie sie in Südchina und Bolivien vorkommen.

WO₃-Gehalt:~76 %
Farbe:Dunkelbraun bis schwarz
Dichte:7,0–7,5 g/cm³
Magnetisch:Schwach (Fe-Anteil)
Hauptvorkommen:China, Bolivien, Portugal
Scheelit

CaWO₄ – Calcium-Wolframat

Scheelit bildet weiße bis hellgelbe, tetragonale Kristalle. Er zeigt unter UV-Licht typische blaue Fluoreszenz – ein wichtiges Erkennungsmerkmal im Bergbau. Scheelit tritt in Kontakt-Skarnen (an Magmatit-Karbonat-Grenzen) auf, wie in Österreich, Südkorea und Australien. Er ist magnetisch nicht trennbar und erfordert andere Aufbereitungsverfahren als Wolframit.

WO₃-Gehalt:~80 %
Farbe:Weiß, grau, gelblich
Dichte:5,9–6,1 g/cm³
UV-Fluoreszenz:Blau (diagnostisch)
Hauptvorkommen:Österreich, Vietnam, Korea

Vom Erz zum Werkzeug – die Wolfram-Prozesskette

Von der Grube bis zur Wendeschneidplatte durchläuft Wolfram mehrere Verarbeitungsstufen – jede davon geopolitisch relevant.

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Erzabbau

Wolframit oder Scheelit aus Tagebau oder Untertagebau

🔧

Aufbereitung

Flotation, magnetische Trennung → Konzentrat mit 65–70 % WO₃

⚗️

APT-Herstellung

Ammoniumparawolframat (APT) – das internationale Handelsprodukt

🔬

WC-Pulver

Reduktion zu W-Metall, Carburierung zu WC mit Kohlenstoff

🏭

Sintern

WC + Co → Hartmetall oder Reinwolfram-Halbzeuge durch Sintern

Recycling greift direkt am Ende dieser Kette an: Aus Hartmetallschrott wird wieder APT oder direkt WC-Pulver gewonnen – ohne die energieintensiven ersten Schritte. Das macht Recycling 97 % energieeffizienter als Primärgewinnung.

Wo fällt Wolfram-Schrott in der Industrie an?

Der überwiegende Teil des in Europa verfügbaren Wolframs stammt nicht aus Minen – sondern aus industriellen Rücklaufströmen. Diese „urbanen Minen" sind die eigentliche Versorgungsgrundlage für europäische Hartmetall-Recycler.

⚙️

Werkzeugschleifereien & CNC-Betriebe

Die häufigste und mengenstärkste Anfallstelle. Beim Nachschärfen von VHM-Werkzeugen entstehen Schleifschlämme mit 60–80 % W. Verschlissene Fräser, Bohrer und Stufenbohrer fallen als Festschrott an. Werkzeugschleifereien produzieren kontinuierlich verwertbare Wolfram-Rückstände – viele erkennen deren Wert nicht.

Sehr hohes Volumen
🏭

Hartmetall-Produktion & Sinterereien

Ausschussteile, Sinterfehler, Pressbruch und Feinstäube aus der Hartmetallherstellung. Extrem sortenreines Material, da direkt aus definierten WC-Co-Mischungen. Produktionssinterereien sind Hochqualitätslieferanten für das Recycling.

Mittleres Volumen
🔥

Glaswerke & Schmelzbetriebe

Wolfram wird als Schmelzelektrode in der Glasindustrie (Behälterglas, Flachglas, Spezialoptik) und in Kunststoffextrudern eingesetzt. Nach Verschleiß liefern diese Elektroden hochreines Wolfram – oft W 99,95% – zurück.

Mittleres Volumen
🔬

Vakuum- & Dünnschichttechnik

Sputtertargets, Heizelemente und Hitzeschilde aus PVD/CVD-Anlagen. Nach Nutzung verbleiben 20–60 % des ursprünglichen Materials auf dem Target. Hochwertigste Reinwolfram-Rückläufe mit definierten Dimensionen und Reinheit.

Nischen-Volumen
✈️

Luftfahrt, Rüstung & Motorsport

Wolfram-Schwermetall (W-Ni-Fe) als Ausgleichsgewichte, Trimmgewichte und Kollimator-Blöcke. Teile aus ausgemusterten Flugzeugen, Rennfahrzeugen und Forschungsanlagen. Meist als definierte Geometrien mit bekannter Legierungszusammensetzung.

Nischen-Volumen

Elektroindustrie & Schweißtechnik

WCu-Schaltkontakte aus Hochspannungsschaltanlagen, WIG-Schweißelektroden aus Schweißbetrieben und Fahrzeugbauern. Verdampferwendeln aus Beschichtungsanlagen. Regelmäßig anfallende Sekundärströme mit bekannter Zusammensetzung.

Mittleres Volumen

Wolfram – ein strategisches Metall mit besonderer Versorgungslage

Warum gilt Wolfram als kritischer Rohstoff der EU?

Die Europäische Kommission listet Wolfram in ihrer Critical Raw Materials-Liste (CRMA) als kritischen Rohstoff ein – aufgrund hoher wirtschaftlicher Bedeutung und erheblicher Versorgungsrisiken. Mehr als 80 % der Primärproduktion stammt aus China, und Europa hat kaum eigene Minenkapazitäten. Gleichzeitig ist Wolfram unverzichtbar für Zerspanungswerkzeuge, Hochtemperaturtechnik und Verteidigungsanwendungen.

Wolfram-Recycling als europäische Antwort

Recycling aus Hartmetallschrott ist der effizienteste Weg zur Wolfram-Rückgewinnung. Der EU Critical Raw Materials Act (CRMA, 2024) schreibt vor, dass bis 2030 mindestens 25 % des EU-Wolframbedarfs aus Recycling gedeckt werden sollen. Derzeit liegt der Anteil je nach Schätzung zwischen 25 und 35 %. Hochwertiger Hartmetallschrott aus europäischen Werkzeugschleifereien und CNC-Betrieben ist damit nicht nur ein Geschäft – er ist ein Beitrag zur strategischen Rohstoffautonomie Europas.

Wie lange reichen die bekannten Wolfram-Vorräte?

Die bekannten globalen Wolfram-Reserven werden auf etwa 3,3 Millionen Tonnen W geschätzt (USGS). Bei aktuellem Verbrauch von ~85.000 t/Jahr entspräche das einer statischen Reichweite von rund 40 Jahren – ohne Berücksichtigung von Recycling-Beiträgen und Effizienzgewinnen. Wolfram ist damit kein kurzfristig knappes Metall, aber seine Versorgungskonzentration auf wenige Länder bleibt das eigentliche Risiko.

Wolfram in der deutschen Industrie

Deutschland ist einer der weltweit größten Verbraucher von Hartmetall-Schneidwerkzeugen – aufgrund der starken Automobil- und Maschinenbauindustrie. Gleichzeitig beherbergt Deutschland führende Hartmetall-Produzenten wie Ceratizit, Walter AG, Kennametal und Sandvik Coromant (Niederlassungen). Die dabei entstehenden Schrott-Rückläufe sind erheblich und fließen größtenteils in das europäische Wolfram-Recycling.

Häufige Fragen zu Wolfram-Vorkommen

China dominiert die globale Wolfram-Primärproduktion mit über 80 % Weltmarktanteil. Weitere bedeutende Förderländer sind Vietnam, Russland, Bolivien und die Mongolei. In Europa gibt es nur eine nennenswerte aktive Mine: Mittersill in Österreich (Scheelit-Lagerstätte). Die EU ist damit beim Primärrohstoff zu über 95 % importabhängig.
Wolframit ((Fe,Mn)WO₄) und Scheelit (CaWO₄) sind die beiden wirtschaftlich bedeutendsten Wolfram-Erzminerale. Wolframit überwiegt in chinesischen und südostasiatischen Skarn-Lagerstätten, Scheelit in europäischen Vorkommen (Österreich, Portugal, Spanien). Beide werden zu Ammoniumparawolframat (APT) weiterverarbeitet, dem internationalen Handelsgut.
Typische Hartmetall-Wendeschneidplatten enthalten 80–94 % Wolframkarbid (WC) und 6–15 % Kobalt (Co). Der metallische Wolframanteil im WC liegt bei rund 94 %. Das bedeutet: 1 kg sortenreine Wendeplatten liefert effektiv rund 750–880 g Wolfram zurück in den Kreislauf – ein außerordentlich effizienter Sekundärrohstoff.
Nennenswerte primäre Wolfram-Lagerstätten gibt es in Deutschland nicht. Historisch wurde in Sachsen und dem Erzgebirge Wolframit gewonnen (Altenberg, Zinnwald), doch diese Lagerstätten sind heute wirtschaftlich nicht relevant. Deutschland ist vollständig auf Importe und Recycling angewiesen – ist aber gleichzeitig einer der weltweit größten Wolframverbraucher durch seine Werkzeug- und Maschinenbauindustrie.
Der vollständige Primär-Produktionspfad (Erz → Konzentrat → APT → WC-Pulver → Sinterkörper) ist extrem energieintensiv. Beim Recycling aus Hartmetallschrott entfallen die ersten drei Stufen nahezu vollständig. Industriestudien zeigen, dass das Recycling von WC-Co-Schrott zu neuem WC-Pulver bis zu 97 % weniger Energie benötigt als die Primärherstellung aus Erz.

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